| Der Erneuerungsprozess |
|
|
|
|
Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962 - 1965) hat die Kirche das von Vinzenz Pallotti vertretene Kirchenbild und Apostolatsverständnis bestätigt. Das Konzil forderte außerdem alle geistlichen Gemeinschaften auf, unter Berücksichtigung der veränderten Zeitverhältnisse den "Geist und die eigentlichen Absichten der Gründer" neu zu entdecken. (Dekret über die zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens, Nr. 2). Entsprechend diesem Konzilsauftrag begannen die einzelnen Gliedgemeinschaften der Unio oder Vereinigung des Katholischen Apostolates (UAC = Unione Apostolatus Catholici), die Pallottiner und die verschiedenen Schwesterngemeinschaften - zunächst jede für sich - mit der zeitgemäßen Erneuerung. Bald wurden sie sich aber ihrer wechselseitigen Verbindung und Zugehörigkeit zum Gesamtwerk bewusst. Sie erkannten, dass sie nicht unabhängig voneinander, sondern nur miteinander dem gemeinsamen Ursprung schöpferisch treu bleiben konnten. Diese Einsicht führte zu immer engerer Zusammenarbeit. Im Aufeinander-Hören bemühten sich die Gemeinschaften, Wesen und Auftrag des Gesamtwerkes zu ergründen. Auch entstanden weltweit neue Gemeinschaften innerhalb der Unio, unter ihnen zahlreiche Laiengruppierungen. Als dynamisches Ferment hat sich in allen Bemühungen um eine zeitgemäße Verwirklichung der Vereinigung die Präambel erwiesen. Für die Lebensordnung der Pallottiner entworfen, wurde sie von den anderen pallottinischen Gemeinschaften übernommen. Folgende Überzeugungen haben sich im Laufe dieser Jahre herausgebildet:
Zunächst spielten im Erneuerungsprozess rechtliche Bestrebungen keine oder nur eine unbedeutende Rolle. Im Vordergrund stand vielmehr die Vertiefung in das pallottische Erbe. Es ging darum, sich lebensmäßig anzueignen, was durch das Konzil möglich geworden war. Erst in den neunziger Jahren zeichnete sich ein Konsens darüber ab, dass ein Generalstatut für die Unio angemessen wäre: beruhend auf der Einsicht, dass das Charisma Pallottis einer institutionellen Struktur bedarf, um seine volle Wirksamkeit entfalten zu können. So entstand das Generalstatut in einem gemeinsamem Prozess des sorgfältigen Hörens auf die Erwartungen und Erfahrungen innerhalb der Vereinigung bezüglich der "eigentlichen Absichten des Gründers". Es beschreibt Natur, Sendung, Spiritualität, Mitgliedschaft und Organe der Vereinigung. |



